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Frankreichs Küche bald Weltkulturerbe?

Sarkozy und Bocuse kämpfen Schulter an Schulter

Bisher hat es kein Küchenstil der Welt geschafft, in die Liste des „schützenswerten Weltkulturerbes“ der Unesco aufgenommen zu werden. Doch nun ist es kein geringerer als der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der seinen Landsleuten zu dieser Auszeichnung verhelfen will. Die französische Regierung will die landeseigene Kochkultur von der Unesco schützen lassen. Dies tat Sarkozy auf der französischen Landwirtschaftsmesse kund. Die Idee ist nicht neu. Sie geht unter anderem auf die Sterneköche Paul Bocuse und Alain Ducasse zurück, die diesen Vorschlag bereits vor zwei Jahren gemacht hatten.

„Wir haben die beste Gastronomie der Welt, immerhin aus unserer Sicht. Wir möchten, dass dies von der Unesco anerkannt wird“, erklärte Sarkozy.
Die Spitzenköche Frankreichs, unter ihnen Alain Ducasse, Marc Veyrat, Pierre Troisgros, Alain Passard und Michel Bras hatten schon vor zwei Jahren einmütig erklärt: „Wir fordern, das kulinarische und gastronomische Erbe Frankreichs ins Weltkulturerbe aufzunehmen.“ Inzwischen sind es rund 400 Personen, die das Vorhaben unterstützen. Der endgültige französische Antrag kann frühestens im kommenden Jahr eingereicht werden. Eine Entscheidung wird daraufhin etwa ein Jahr später fallen.

Die französische Küche galt seit der frühen Neuzeit als einflussreichste Landesküche Europas und prägte den Kochstil des gesamten europäischen Adels. Die so genannte Haute Cuisine, erfunden vom Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638-1715), entstand im 19. Jahrhundert und entwickelte sich zur französischen Nationalküche.  Was damals noch völlig unbekannt war, wird als Erfindung der französischen Köche angesehen:  Kulinarische Bücher zu schreiben. So konnten die Menüs des französischen Königshofes später allerorts in Europa nachgekocht werden.

Der französische Sternekoch Guy Savoy spart nicht mit Komplimenten über die Kochkunst seines Landes: „Frankreich ist das einzige Land mit immenser Vielfalt und derart vielen Möglichkeiten, Produkte der Landwirtschaft und Erde sowie des Meeres zu verarbeiten.“ Nach seinen Worten sollen bei der Unesco nicht nur die großen Restaurants sondern auch die Metzger, Bäcker, Konditoren, Käsereien und Winzer geschützt werden.

Der französische Sternekoch Marc Veyrat, der für seine Kreationen mit Wildpflanzen und Kräutern  berühmt ist,  plädiert für eine künftige Gastronomie, die respektvoll mit der Umwelt umgeht. Außerdem warnt er davor, die französische Küche „einzufrieren“. „Die Gastronomie muss lebendig sein. Sie hat eine großartige Zukunft, vor allem im Bezug auf die Umwelt und biologische Lebensmittel“, sagte er zu Journalisten von France Info. „Die Gastronomie spricht einstimmig über eine schönere Natur und eine schönere Umwelt. Auch das kann das Erbe der Unesco sein. Natürliche Produkte sind die Beschützer der Gastronomie“, argumentiert Veyrat.

Trotz diverser Versuche gelang es bisher keiner nationalen Küche als Weltkulturerbe eingestuft zu werden. Die Unesco lehnte zuletzt vor drei Jahren den Antrag Mexikos ab.











Sarkozy und Bocuse: bald Terrakotta-Krieger?

22.02.2008 23:00